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„Agenda 2030“ | Aktuelles Aktueller Artikel

Neue Perspektiven für den Gesundheitsstandort Ettenheim

Fachbereiche Innere Medizin und Schmerztherapie am Ortenau Klinikum in Ettenheim werden ausgebaut / Neue Eingriffsräume für ambulante Operationen

Das Ortenau Klinikum wird im Krankenhaus in Ettenheim in den kommenden Monaten das Leistungsspektrum erweitern. Mit einem Konzept will der Klinikverbund das Haus bis zur Einrichtung des in der Agenda 2030 vorgesehenen „Zentrums für Gesundheit Ettenheim“ kurzfristig wirtschaftlich sichern sowie bereits längerfristige Optionen für einen Gesundheitsstandort entwickeln. Die Maßnahmen sollen den Weggang der Abteilung Fußchirurgie ausgleichen. Dr. Charlotte Hase, Chefärztin der Abteilung Fußchirurgie, hatte kürzlich erklärt, mit ihrem ärztlichen Team zum 1. Oktober 2021 an eine Klinik nach Freiburg zu wechseln.

Insbesondere die beiden Fachbereiche Innere Medizin und Schmerztherapie sollen ausgebaut werden, neue Leistungen hinzukommen. Außerdem werden ambulante Operationen aus dem Ortenau Klinikum in Lahr nach Ettenheim verlagert. Der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises hat am Dienstag (23. Februar 2021) mit 20 Ja-Stimmen und einer Gegenstimme die Verwaltung beauftragt, die in einem Konzept der Geschäftsführung des Ortenau Klinikums vorgeschlagenen kurz- und mittelfristigen Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen. Darüber hinaus erteilte der Ausschuss der Verwaltung den Auftrag zur Prüfung eines Leistungsangebots „geriatrische Rehabilitation“ als Baustein einer langfristigen Entwicklung des Standorts zu einem „Zentrum für Gesundheit“.

„Ich freue mich über die Entscheidung des Gremiums. Das Konzept zeigt einen guten und sinnvollen Weg für die kurz- und mittelfristige Entwicklung des Hauses auf und bietet darüber hinaus neue Perspektiven für den Gesundheitsstandort Ettenheim“, so Landrat Frank Scherer.

Im Einzelnen unterscheidet das Konzept Lösungen zur kurz- und mittelfristigen Fortführung des stationären Betriebes sowie Optionen für die längerfristige Entwicklung des „Zentrums für Gesundheit Ettenheim“. Alle Maßnahmen sollen bereits kurzfristig umgesetzt werden.

Kurz- und mittelfristige Lösungen

- Der bestehende Fachbereich Innere Medizin könnte um das zusätzliche Leistungsspektrum Suchtmedizin (Motivationsbehandlung Abhängigkeitskranker - „Qualifizierter Entzug“) erweitert werden. Dieser neue Bereich soll eine Schnittstelle zum Schmerzzentrum Ortenau bilden, das ebenfalls in der Ettenheimer Klinik untergebracht ist. Sowohl beim „Qualifizierten Entzug“ wie auch bei der multimodalen Schmerztherapie kommen beispielsweise Psychotherapeuten oder auch Physio- und Ergotherapeuten zum Einsatz.

- Das bestehende Schmerzzentrum Ortenau wird von acht auf 16 Betten ausgebaut. Diese Ausweitung ermöglicht unter anderem neue Therapieangebote von Gruppentherapien mit bis zu acht Patienten.

- Die chirurgische Notfallversorgung, die bisher an Wochenenden mit durch das Team der Fußchirurgie gewährleistet wurde, soll weiterbestehen. Geprüft wird allerdings, wie die derzeitigen Versorgungszeiten in diesem Umfang aufrechterhalten bleiben können und ob diese zünftig mit durch das MVZ erbracht werden kann.

Optionen für die längerfristige Entwicklung des ZfG Ettenheim

- Bisher am Ortenau Klinikum in Lahr vorgenommene ambulante Operationen sollen künftig teilweise am Ortenau Klinikum in Ettenheim durchgeführt werden. Darüber hinaus sollen Eingriffsräume im Bestand für ambulante Operationen an externe Operateure vermietet werden.

- Die Anzahl der niedergelassenen Ärzte im MVZ Ettenheim (bisher 4,5 Sitze) soll erhöht werden.

Im Zuge seiner Entscheidung für dieses Konzept hat der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken auch beschlossen, am Ortenau Klinikums in Ettenheim aus den bestehenden OP-Sälen zwei Eingriffsräume herzustellen, die für ambulante Operationen genutzt werden können. Die Möglichkeit einer späteren Erweiterung um einen dritten Eingriffsraum soll planerisch berücksichtigt werden. Beide Eingriffsräume sollen anstatt des bisher geplanten neuen OP-Saals entstehen, für den nach dem Wegfall der Fußchirurgie kein Bedarf mehr gesehen wird. Einen Grundsatzbeschluss zum Bau des OP vom 15. Mai 2018 hat der Ausschuss aufgehoben und einen Stopp der bisher erteilten Aufträge beschlossen. Damit wird gegenüber den bisherigen Planungen ein Einsparvolumen von rund 2,6 bis 3,1 Millionen Euro erreicht.

Neben diesen kurzfristig umzusetzenden Maßnahmen wird der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken in einer der kommenden Sitzungen über ein langfristiges Konzept für ein „Zentrum für Gesundheit Ettenheim“ beraten. Hierfür soll die Verwaltung die spätere Einrichtung einer „geriatrischen Rehabilitation“ als Baustein für die langfristige Entwicklung des Standorts Ettenheim zu einem „Zentrum für Gesundheit“ prüfen. Die bedarfsgerechte medizinische Versorgung älterer Menschen wird in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Ortenau Klinikum ist der Auffassung, dass der Standort Ettenheim ideale Bedingungen für die Einrichtung einer geriatrischen Rehabilitation bieten kann. Für den Fall, dass kein externer Anbieter für den Betrieb einer entsprechenden Einrichtung gefunden wird, soll ein Betrieb in Eigenregie durch das Ortenau Klinikum geprüft werden.