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„Agenda 2030“ Kreistagssitzung

"Der Ortenaukreis ist mit der Agenda 2030 ein Leuchtturmprojekt für das Land."

Am 21. Juli 2020 fand die Kreistagssitzung des Ortenaukreis unter der Leitung von Landrat Frank Scherer (Vorsitzender des Kreistags und der Ausschüsse) in der Sternenberghalle in Friesenheim statt. Minister für Soziales und Integration Manne Lucha (MdL) sagt eine Förderung von 60 Prozent der Gesamtkosten (99,9 % der förderfähigen Kosten) der Agenda 2030 des Ortenau Klinikums zu.

„Die Agenda 2030 ist gleichbedeutend mit Zukunftsfähigkeit.“
Manne Lucha (MdL), Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg

Die zwei wichtigsten Beschlüsse der Kreistagssitzung für die Agenda 2030:

  • Umfassende Sanierung des Ortenau Klinikums in Lahr beschlossen (weitere Infos hier)
  • Kreistag stimmt für Fusion der Bildungszentren für Pflegeberufe (weitere Infos hier)

 Sehen Sie hier die Aufzeichnung der Sitzung vom 21. Juli 2020 im Video:
(Ton ab Minute 4:00)


Die wesentlichen Aussagen zur Agenda 2030 von Manne Lucha (MdL),
Minister für Soziales und Integration des Landes Baden-Württembergs :

 

Zur Agenda 2030:

"Ich begleite diesen Prozess [der Agenda 2030] nun von Anfang an und beglückwünsche Sie auf dem Weg dorthin! Der Weg, den Sie eingeschlagen haben, ist der Richtige. Wir stehen heute ganz klar an Ihrer Seite. Beim gesundheitlichen Aspekt ist mir um die Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger aus Ihrem attraktiven Landkreis in Baden-Württemberg überhaupt nicht bange. Und Sie haben in uns einen verlässlichen Partner."

 

Zum Personal / Mitarbeitergewinnung:

"Das Problem, dass wir mit Fachpersonal, sei es in der Pflege, sei es in der Medizin und in anderen therapeutischen Berufen haben, ist, dass wir immer einen Mangel haben. […]  Parallele oder konkurrierende Strukturen können wir uns nicht leisten. Wir haben unlängst das über 50jährige Jubiläum des Freiwilligen Sozialen Jahres gefeiert. Sein Vorläufer war das freiwillige Diakonische Jahr. Und wissen Sie, was damals die Begründung für die Einführung war? Das Wort Pflege-Mangel. Solange wir uns mit diesem Thema beschäftigen, haben wir wiederkehrende Fragestellungen. Und vielleicht werden wir immer mit einer gewissen Ressourcen-Begrenztheit sinnvoll umgehen müssen. […] Ganz oben stehen starke, leistungsfähige Kliniken, die wirklich für große, herausfordernde Fälle geeignet sind. Die Räumlichkeiten haben, die Technik haben, die Weiterbildungs-Ermächtigungen haben, Attraktivität als zukünftige ArbeitgeberInnen und Arbeitgeber für junge Ärzte, Ärztinnen, Pflegerinnen und Pfleger und sonstige Therapeuten."

Zur Finanzierung und Förderung durch das Land:

"Es geht in Ihrem Krankenhaus um Investitionen im Gesamten und damit um die größte Investition, die Sie je als Gremium getätigt haben werden. Das ist eine große Verantwortung. Und das wollen wir gemeinsam gut machen. Und da werden wir sie dabei begleiten. Wir haben ein Gesamtvolumen, das eine Milliarde Euro im gesamten Ausbau betragen wird. [...] Wir haben heute die höchste Förderquote, die wir je in der Geschichte des Landes für Investitionsförderung zur Verfügung gestellt haben. Wir stehen bei Ihnen in der Pflicht. Natürlich, weil sie für uns eine Blaupause sind, weil sie für uns Vorzeige-Charakter haben. Mein Ziel ist es, Sie von den förderfähigen Kosten bei 99,9% zu fördern. Von den Gesamtkosten strebe ich mit Ihnen eine Quote von 60% an."

 

Zur Notfallversorgung:

"Sind die sogenannten kleinen Häuser für die echte Notfallversorgung, die ernsthafte Notfallversorgung [notwendig]? Brauchen wir zertifizierte, leistungsfähige, multidisziplinäre Kliniken, wo der Unfallchirurg und viele andere und zwei Chef-Anästhesistin parat stehen, um den ganzen komplexen Fall abwickeln zu können? Dies ist so eine alte, sozial-romantische Vorstellung von Krankenhaus. Wir ersetzen die durch unsere Primärversorgung, auch weil wir die chronisch Kranken besser navigieren wollen. […] Nicht die Nähe eines vermeintlichen Krankenhauses garantiert vor allem im Notfall, dass sie die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Der Notarztwagen der Zukunft ist eine rollende Intensivstation. Entscheidend sind unsere Informationssysteme, die dann notwendige Versorgung im Klinikum, rollend oder mit Hubschrauber."

Zur Notwendigkeit spezialisierter Zentren und die Bedeutung des ambulanten Sektors:

"Hoch spezialisierte […] Abläufe und Ressourcen, […] da müssen wir die allerbeste Qualität abbilden, denn es werden zukünftig nur noch die wirklich herausfordernden und schweren Fälle dorthin gehen. Alles andere wird im ambulanten Sektor geleistet. Patienten gehen dorthin, wo Sie denken, das ist ein gutes Klinikum. Bei vielen Befragungen, also repräsentativen Erhebungen, spielt die Wohnortnähe eine nachgeordnete Rolle."

 

Zu den verbleibenden Standorten/Klinik-Schließungen und Primär-Versorgungszentren:

"Da, wo wir [Standorte] aufgeben, lassen wir nicht nichts. Darum haben wir parallel unseren strukturierten Dialog mit Ihnen begonnen. Welche Alternativen sind notwendig für die Patienten, […] die wohnortnahe Versorgung? […] Und ich bin sehr froh und sehr stolz, dass wir in Baden-Württemberg eine starke kommunale Träger-Struktur haben, […] wirklich starke Träger mit einer hohen Identität. Diese Klinik-Struktur, die funktioniert nur, wenn wir nicht zu Krankenhaus-fixiert sind. Wir müssen die Primärversorgung, die beileibe nicht nur ärztlich ist, auch die Pflege und andere therapeutische Berufe zukünftig viel stärker einbeziehen.Die zentrale Aufgabe […] leistungsfähige, attraktive Klinik, Struktur für Patienten wie Mitarbeiter und drumherum in der Peripherie machen wir Versorgungs-Angebote, die sich natürlich an der Struktur orientieren. Sie haben das gesunde Kinzigtal und andere Modellprojekte über Jahre schon erprobt. […] Entlang der wichtigsten Diagnosen einer älter werdenden Bevölkerung werden die Primär-Versorgungszentrum so wichtig, weil wir [damit] die Menschen durchs System navigieren. Ziel ist, dass ein Großteil der Patienten, die über Sechzigjährigen, die ja demnächst eine entscheidende Gruppe sind, an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt das richtige Angebot kommt. Nicht viel hilft viel, sondern richtig hilft viel. Was im Einzelfall auch viel sein kann. Und genau diese Flexibilität müssen Sie mit Ihrer medizinischen, mit Ihrer Krankenhaus Struktur aufbauen. Mit den Leuchtturmprojekte Ihrer Kliniken, mit sehr guten, verlässlichen Kliniken und einer dazugehörigen vernetzten ambulanten Versorgung."

 

Zur Corona-Krise:

"Warum haben wir die Corona-Krise so gut gemeistert? Erstens, weil wir schon seit längerem über das Konzept größere, leistungsfähige Kliniken verfügen. Da lobe ich auch alle Krankenhäuser hier in Offenburg, dass sie ganz schnell sehr frühzeitig das gesamte Personal geschult haben, um an den Beatmungsgeräten tätig zu werden. Wir haben in der Hochphase der Corona Krise in Baden-Württemberg mehr freie Plätze gehabt als Frankreich und Spanien belegte Plätze zusammen. Das sehen Sie, dass wir sehr vorausschauend agiert haben. Das war ein Teil des Erfolgs. Der zweite Teil des Erfolgs war, dass wir das erste Mal konsequent Patienten-Steuerung betrieben haben […] an den Klinik Standorten."

 

 

 


Impressionen der Kreistagssitzung: